Hintergrund

Nachruf auf Anton Heid

Die Windsbacher, alle Schülerinnen und Schüler, alle Mitarbeitenden des Chorcampus, trauern um Anton.

Wir können es nicht fassen, dass Anton – mit dem wir gesungen, gelacht, gelernt, abgehangen, den wir unterrichtet und ausgebildet haben, den wir haben wachsen sehen – so überraschend und ohne Vorwarnung gestorben ist. Unsere Gedanken und Gebete, unser Beileid und Mitgefühl gilt in dieser schweren Zeit Antons Familie, allen voran seinen Eltern und Geschwistern.


Anton Heid
19.11.2012 – 25.01.2026, Mitglied des Windsbacher Knabenchores seit September 2023

Anton hat am 18.03.2023 sein Eignungsvorsingen in Windsbach erfolgreich absolviert. „Alle Vögel sind schon da“ sang er und fiel durch eine gute Konzentration, eine klare Stimme gleich positiv auf. Im September 2023 wurde er Windsbacher, sang seinen ersten Auftritt mit der „Chorvorbereitung“ am 01.10.2023 zu Erntedank in der Windsbacher Stadtkirche. Sein erstes großes Konzert hatte er mit dem Windsbacher Knabenchor und der Staatsphilharmonie Nürnberg am 25.07.2024 in Ansbach. Ab September 2024 war er festes Mitglied im Knabenchor und sang regelmäßig zu Andachten und Motetten. Seine am häufigsten aufgeführten Werke waren „Also hat Gott die Welt geliebt“ von Heinrich Schütz und „Ehre sei Gott in der Höhe“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Ein Höhepunkt für Anton war sicherlich die Mitwirkung bei der Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium am 20.12.2024 in der Nürnberger Friedenskirche zusammen mit dem Kammerorchester Basel. Anton war gerade dabei, im zweiten Alt Fuß zu fassen und Sicherheit zu gewinnen, da wurde er von der Pubertät „überrascht“ und kam für sein Alter sehr früh in den Stimmbruch. Seine Zeit im Alt endete deshalb am 17.03.2025. Als Mutant war er natürlich trotzdem echter Windsbacher! In unverkennbarem Fränkisch hatte er im „Mutantenstadl“ oft gute und richtige Antworten in Fragen der Gehörbildung, Notenlehre und Musiktheorie. Seinen verschmitzten Humor hat er aber nicht nur in die Mutantengruppe eingebracht. Er war beliebt bei Jungs, Mädchen und Mitarbeitenden, er hatte viele Freunde in seiner Altersgruppe.

Stimmtechnisch verfolgte er eher eine Art pragmatische Effizienz: keine Bewegung zu viel, körperlichen Aufwand möglichst vermeiden (Anstrengung sei „eine Zumutung!“). Dies konnte er charmant und augenzwinkernd kommunizieren, man konnte ihm nicht böse sein! Anton hat sich auf seine Zeit im Männerchor gefreut, vor allem in den letzten Wochen – endlich wieder singen, am liebsten Bachs Weihnachtsoratorium. Seine Stimme hat sich stabilisiert, eine volle, runde Farbe bekommen, seine Höhe hat sich entwickelt und seine Stimmbildnerin bereitete ihn auf eine Laufbahn im Tenor vor. Chormusik war fester Bestandteil seiner Playlist (die genauso auch Songs von ACDC und Rammstein enthielt).

Seine „Gruppe“, die 7. Klasse, ist dankbar, dass sie viel Quatsch mit Anton machen durfte. Anton war immer gut drauf und hat im Studiersaal die Stimmung gehoben. Er war überzeugter Clubberer und hat spannende Geschichten in seinem fränkischen Dialekt aus „Gräfenstaberch“ erzählt. Er liebte Schnitzelsemmeln in Verbindung mit Donuts. Stinkende Knallerbsen im Flur, im Müllwagen durchs Haus fahren – all das hat Anton mitgemacht. Und er liebte den Schnee, der in diesen Tagen der Trauer so reichlich fällt.

Wir halten Anton in unseren Herzen lebendig. Wir beten für ihn und seine Familie, wir erinnern uns an die vielen Momente, die wir mit ihm teilen durften. Wir können uns seinen plötzlichen Tod nicht erklären, wir weinen um ihn. Wir gedenken ihm und widmen ihm die Aufführung des Requiems von Johannes Brahms im Sommer 2026 und stärken uns durch die tröstende Kraft dieses Werkes. Es beginnt mit den Worten:

„Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.“

Das Werk hätte Anton sicherlich sehr gefallen.